Therapien

Heilpädagogisches Reiten

Förderziele des Heilpädagogischen Reitens

Nicht die reiterliche Ausbildung, sondern die individuelle Betreuung und Förderung mit Hilfe des Pferdes steht im Mittelpunkt dieser Methode. Die heilpädagogische Arbeit versteht sich als tiergestützte Therapie mit hohem Motivationscharakter und ganzheitlicher Wirkung. Die Förderziele werden für jeden Klienten individuell erarbeitet.

  • Körperlich:
    • Koordination und Gleichgewicht
    • Grob- und Feinmotorik
  • Geistig:
    • Wahrnehmung
    • Konzentration
    • Selbsteinschätzung
    • Leistungsfähigkeit
  • Seelisch:
    • Umgang mit Angst, Aggression, Apathie
    • Stärkung des Selbstwertgefühls
  • Sozial:
    • Verbale und nonverbale Kommunikation
    • Konfliktfähigkeit
    • Verantwortung
    • Integration

Therapie und Reituntericht

Durchgeführt wird heilpädagogisches Reiten mit Teilnehmern, die unterschiedliche Störungen und Behinderungen aufweisen können. Zur Förderung der Integration werden auch gesunde Teilnehmer in die Gruppe aufgenommen. Wenn es sich als unmittelbar notwendig und erfolgversprechend erweist, erhalten die Klienten im Hinblick auf die spätere Integration in eine Gruppe auch Einzelunterricht.

Der Reitunterricht findet ebenfalls in Einzel- oder Gruppenstunden mit bis zu vier Teilnehmern statt, auf geschulten Therapiepferden in ruhiger Atmosphäre in der Reithalle oder bei Ausritten im Gelände.

Das heilpädagogische Reiten fördert vor allem die motorischen Fähigkeiten in Bezug auf die Gleichgewichtsschulung, Koordination und die Verbesserung der Beweglich- und Geschicklichkeit. Es stärkt außerdem das Selbstwertgefühl, den Aufbau von Verantwortungsbewusstsein und das Vertrauen in das eigene Können. Durch den Umgang mit dem Pferd lernt der Klient eventuelle Ängste und Aggressionen zu bewältigen. Es wird eine vertrauensvolle Beziehung zum Pferd und zur Therapeutin aufgebaut.

Die Therapiestunden folgen einem inklusiven Prinzip.

Reiten als Freizeitsport

Der Reitsport eignet sich im besonderen Maße zur Freizeitgestaltung für körperbehinderte, sinnesgeschädigte und geistig behinderte Kinder und Erwachsene. Es ermöglicht ihnen neue Wege zu Gesundheit und zur Persönlichkeitsförderung.

Reiten gehört zu den wenigen Sportarten, die Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam ausüben können. Gehbehinderten erschließt sich auf dem Pferderücken die Möglichkeit, sich selbstständig fortzubewegen. Sekundärschäden, die zusätzlich zur Behinderung durch chronischen Bewegungsmangel entstehen, können durch den Reitsport eingeschränkt werden. Der Unterricht erfolgt - abgestimmt auf die jeweilige Behinderung - nach den Grundlagen der klassischen Reitlehre.

Sozialverhaltenstraining

Das Sozialverhalten ist Grundvoraussetzung für das Zusammenleben in der Gesellschaft.

  • Selbstkompetenz:

    Die Selbstkompetenz entwickelt sich durch das Zusammenleben in einer Gesellschaft und bezieht sich auf die Auseinandersetzung mit der Umwelt und sich selbst in Bezug auf Selbstwert, Eigenverantwortung, Initiative, Kreativität und Lernfähigkeit.

  • Sozialkomptetenz:

    Befähigung zu einem guten Umgang mit den Mitmenschen.

Das Pferd bietet hierzu einen lebendigen Anreiz. Im Gegensatz zu künstlichen Lernmaterialien bietet das Pferd einen vielfältigen, lebendigen Anreiz.

Es muss gepflegt und respektiert werden - dafür ist es bereit, mit dem Menschen zusammenzuarbeiten. Daraus ergibt sich eine beiderseitige Freiwilligkeit zum Erlernen elementarer Fähigkeiten.

Dazu kommt die Freude am gemeinsamen Agieren an sich, ohne dass dies von den Teilnehmern als schulischer oder therapeutischer Leistungsdruck empfunden wird.

FEBS®-Reitkindergarten

FEBS®-reitpädagogische Betreuung nach Dell’mour® wird auch als Reitkindergarten bezeichnet. Sie ermöglicht Kindern im Alter von 3 bis 9 Jahren einen sicheren Zugang zum Lebewesen Pferd.
FEBS® steht für Fantasie, Erlebnis, Bewegung und Spiel. Nach diesen Bedürfnissen sind die Gruppenstunden für 3-4 Kinder, einem Pferd und einer FEBS®-Reitpädagogin aufgebaut. Die Kinder erfahren spielerisch Sozialkompetenz, Motorik und Kreativität sowie einen verantwortungsvollen Umgang mit Mensch, Tier und Natur.
Obwohl bei FEBS® das Reiten noch nicht im Vordergrund steht, werden bereits Grundlagen für einen sicheren Reitersitz gelegt.

© 2021 Bianca Reiss